Tag 2 und 3 auf der Via Gebennensis

Nach einer angenehmen Nachtruhe sitzen wir um 07:00 Uhr beim Frühstück. Von Franz ist noch nichts zu sehen und er kommt erst dazu, als wir schon fast fertig sind. Seine Anfrage, ob wir gemeinsam aufbrechen, habe ich befürchtet, versuche aber aus mehreren Gründen, dem zu entgehen.
Franz ist eigentlich kein gänzlich unangenehmer Zeitgenosse, allerding nervt sein ständiger Redefluss ein wenig. Wir lieben es, lange Strecken schweigend unseren Gedanken nachzuhängen. Am Vortag war das kaum noch möglich, nachdem wir Franz getroffen hatten. Außerdem haben wir einen gemeinsamen Laufrhythmus gefunden, der bei einer dritten Person schwierig einzuhalten ist. Franz läuft ein wenig schneller und wir neigen dann dazu, uns der Geschwindigkeit anzupassen. Auf Dauer wird das dann ganz schön anstrengend für uns.
Der ausschlaggebende Grund ist jedoch ein anderer: Unsere heutige Etappe ist mit unter 20km recht kurz. Aus diesem Grund wollen wir uns Zeit lassen mit dem Aufbruch und dafür noch um das nächste Quartier kümmern. Franz hingegen hat angeregt durch unser Gespräch mit der Rezeptionistin ausnahmsweise schon ein Quartier für die nächste Nacht gebucht.
Er will bis Seyssel laufen. Nach seiner Meinung sind das etwa 28km. Eigentlich eine schaffbare Tagesetappe. Seyssel liegt aber nicht auf der Hauptroute. Der Ort befindet sich direkt an der Rhône und man erreicht ihn über eine Wegvariante, die um einiges länger ist. In unserem Reiseführer sind zu diesem Weg keine Entfernungsangaben vorhanden. Aus diesem Grund können wir nicht genau einschätzen, wie weit es von Mont Sion bis dahin ist. Vom Abzweig der Variante bis Pont de Fier – unserem Zielpunkt für den nachfolgenden Tag – sind es noch drei Kilometer. Also müsste Franz ungefähr eineinhalb unserer nächsten zwei Tagesetappen an einem Tag zurücklegen. Deshalb schätze ich, dass er heute wenigstens 35km – 38km vor sich hat. In diesem Fall sollte er schon seinen straffen Marschschritt einhalten können um nicht gar so spät anzukommen. Wir würden ihn daher nur ausbremsen.
Ich teile ihm deshalb mit, dass wir uns heute Zeit lassen mit dem Aufbruch, weil wir die nächste Unterkunft noch fest machen wollen. Diese Auskunft scheint ihn ein wenig zu enttäuschen, doch er nimmt es hin, will er doch auch in Zukunft viele Kilometer am Tag zurücklegen, um vor der großen Hitze in Spanien anzukommen.

Es ist gelungen. Die Unterkunft für die Nacht von Sonntag auf Montag haben wir fest gemacht. Mit unseren Rucksäcken auf dem Rücken checken wir aus. Die Wanderstöcke befinden sich bei der Rezeption und als wir sie bekommen, sehen wir, dass die vom Franz noch da stehen.
Mit 08:45Uhr sind wir im Prinzip schon spät dran, haben aber nur eine kurze Etappe vor uns. Der Münchner Pilger mit seinem viel weiter entfernten Ziel wird ganz schön strampeln müssen, um nicht gar so spät anzukommen.

Schon am Vortag haben wir erfahren, dass es jetzt gleich nach der Einfahrt zum Parkplatz, eine Fußgängerunterführung gibt, die ein sicheres Unterqueren der viel befahrenen Straße ermöglicht. Auf der anderen Seite streben wir erst einmal nach links, erkennen jedoch schnell, dass wir so nicht auf den Pilgerweg kommen, der rechts von uns den Hang hinaufführt.
Obwohl wir später als gewünscht in den Tag gestartet sind, empfinden wir das Wetter als perfekt. Wolkenloser Himmel und obwohl der Tag wieder über 30°C im Schatten bringen soll, läuft es sich angenehm bei dem kühlenden Lüftchen, das weht.
Bald treffen wir auf zwei französische Pilgerinnen, können uns jedoch leider nicht mit ihnen unterhalten. Sie sprechen kein Deutsch und wir kein Französisch.
Bei einer Rast kommt Franz des Weges. Er hält an und berichtet, dass er noch sehr lange mit seiner Frau telefoniert hat und deshalb erst nach uns aufgebrochen ist. Wie wir ist er auch nach der Unterführung in die falsche Richtung gelaufen, hat seinen Irrtum aber erst sehr viel später bemerkt, wollte aber nicht wieder zurück laufen. Eine Feldhecke, die beide Wege zu verbinden schien, wählte er, um wieder auf den Pilgerweg zu kommen.
Nicht die beste Entscheidung, wie sich gezeigt hat!
Auf eine sehr lange Strecke hat sich Franz durch Dornengestrüpp gekämpft, wovon die tiefen Kratzer auf seinen Armen und Waden zeugen.
Bald bricht er mit dem Hinweis, dass er noch einige Kilometer vor sich hat, wieder auf. Zum Abschied meint er:
„Ich muss vorwärtskommen und will auch die nächsten Tage viele Kilometer zurücklegen. Also, wir sehen uns“, und schon stapft er schnellen Schrittes davon.
Sabine meint:
„Ich glaube nicht, dass wir den wiedersehen, wenn er umsetzt, was er sagt.“

Am Nachmittag schläft der Wind ein. Außerdem kommen einige steile An- und Abstiege, die uns ganz schön ins Schwitzen bringen. Ein bisschen erinnert mich das an den Weg durch die fränkische Schweiz, nur dass wir da keine so hohe schneebedeckte Gipfel in der Ferne sehen konnten.

Wir nähern uns dem Tagesziel. Die Wegweiser zeigen uns zwei Möglichkeiten an. Die, die wir wählen müssen, um nach Chaumont zu kommen, führt auf einem steilen Pfad den Berg hinauf. Weniger beschwerlich wäre der andere Weg, der unterhalb des Berges um den Ort herumführt.
Da sich aber in Chaumont eine „Gîte d´étape rustique“ – also eine sehr einfache Wanderherberge – befindet, wird der steile Pfad auch bei unseren GPS-Tracks als der richtige Weg angezeigt. Außerdem gibt es in Chaumont noch drei „Chambre d´hôtes“, wovon wir eins gebucht haben.
Diese privat geführte B&B Unterkunft suchen wir, als wir im Ort angekommen sind. Nach der Adresseingabe bei Google Maps müssen wir auf der anderen Seite den Berg wieder hinunter, obwohl wir auf besagter Straße sind und die Häuser hier enden.
Ein Blick ins Tal zeigt uns neben der Straße ein paar Häuser und auch ein Gebäude mit einem größeren Parkplatz davor. Dort wird es wohl sein, denken wir und laufen die Straße hinab, wechseln auf einen Feldweg und fragen beim ersten Haus, zu dem wir kommen, nach.
Na toll, wir sind falsch! Was uns Google Maps anzeigt, ist der landwirtschaftliche Betrieb, der Unterkunft-Anbieter. Das Wohnhaus ist am Ende von Chaumont, oben auf dem Berg. Also stapfen wir den Berg wieder hinauf.
Hätten wir jetzt eine sehr lange Etappe hinter uns, wäre ich sicher am Boden. Da es jedoch noch zeitiger Nachmittag ist und wir mit diesem Umweg nur wenig über 20km kommen, hält sich mein Frust in Grenzen.
Oben angekommen suchen wir nach der Hausnummer. Sabine in Richtung Ortsmitte, ich zum Ortsausgang hin. Und siehe da, dass letzte Wohnhaus – an dem wir bergrunter an der einen Seite und bergauf an der anderen Seite vorbeigelaufen sind – ist es. Die Hausnummer sieht man nur, wenn man schon auf dem Grundstück ist und passt in der Reihenfolge nicht so recht zu den Gebäuden vor diesem Haus.
Dumm gelaufen, aber wir sind da!

Ganz herzlich werden wir von einer älteren Dame empfangen. Sie führt uns erst einmal in ihre Küche, wo wir einen kühlen Trunk serviert bekommen. Dabei kommt es zu einem Gespräch mit Umwegen, weil wir uns leider nur mit der Übersetzungs-App austauschen können. Trotzdem keimt in mir ein Willkommen-Gefühl auf, bei dem meine Ängste vor Frankreich und der Sprachbarriere weiter schwinden.
Langsam komme ich in diesem fremden Land an!
Nach dem obligatorischen Duschen wäscht Sabine ein paar von unseren verschwitzten Kleidungsstücken aus, die dann auf einem Wäscheständer in der Sonne trocknen.

Der Blick aus dem Fenster unseres Zimmers am nächsten Morgen.

Tag 3 beim zweiten Versuch:
Warum habe ich nur Angst gehabt vor dieser Reise? Land und Menschen zerstreuen meine Bedenken immer mehr.
Wir sitzen beim Frühstück, das alles bietet, was das Herz begehrt. Da gibt es selbstgemachtes Quittengelee, Jogurt aus eigener Produktion, Milch aus ihrer eigenen Landwirtschaft und Kaffee in Tassen mit dem dreifachen Fassungsvermögen einer normalen.

Nachdem wir in Ruhe unseren Hunger stillen konnten setzt sich die Gastgeberin noch ein Stück zu uns. Wie schon bei unserer Ankunft, entspinnt sich ein Gespräch über den Umweg der Übersetzungs-App, Händen und Umschreibungen.
Sabine berichtet, dass wir auch auf einen Bauernhof leben und die Frau fragt etwas, was wir nicht verstehen. Erst beim zweiten Versuch, als sie statt: „Vache – Kuh“ und „Mouton – Schaf“, „Muh und Mäh“ einsetzt, begreifen wir, dass sie wissen will, ob wir Kühe oder Schafe haben.
Ja, so kann man sich auch unterhalten und es gibt sogar was zum Lachen dabei.
Um 08:00 Uhr starten wir dann die nächste Etappe. Bevor den Ort verlassen suchen wir noch einmal die Kirche, die am Vortag verschlossen war, auf. Ein farbiger Pilger ist schon drin, grüßt freundlich und verlässt sie bald darauf.
Dass wir auch farbige Pilger treffen könnten hatte ich nicht erwartet. In einem Land wie Frankreich, das einen hohen Anteil farbiger Mitbürger hat, aber eigentlich nicht verwunderlich.

Den steilen Pfad, den wir am Vortag nach Chaumont hinaufgestiegen sind, gehen wir nun zu einem Teil wieder hinab, bevor wir die Richtung wechseln und Frangy zustreben.
Anfänglich laufen wir viel durch schattige Wälder. Ein glücklicher Umstand bei der Windstille die vorherrscht, denn die Sonne treibt uns im offenen Gelände bald den Schweiß aus allen Poren.

In Frangy, dem einzigen größeren Ort auf unserer heutigen Etappe, wollen wir in der Kirche nach einem Pilgerstempel suchen und platzen beinahe in eine Beerdigung. Da wir aber auch etwas fürs Abendessen kaufen wollen, verlassen wir den Weg, um im Ort nach einem entsprechenden Geschäft zu suchen.
Wir finden einen Mini-Supermarkt mit einem Café-Sitzbereich vor dem Eingang.
Hier zeige ich noch einmal mein geringes Selbstvertrauen, denn ich bleibe mit den Rucksäcken draußen und lasse Sabine einkaufen. Es ist nicht so, dass ich es nicht bemerke, dass es ihr lieber gewesen wäre, wenn ich das übernommen hätte, aber irgendwie habe ich mich verändert.
Wir sprechen danach noch darüber, was vermutlich etwas in mir in Gang setzt. Ich muss ab und zu raus aus meinem eingefahrenen Leben, damit ich nicht zum Eigenbrötler werde. Was wäre besser dazu geeignet als das Pilgern?

Aus Frangy heraus geht es über Wege und Wiesen stetig bergauf. Nicht steil aber doch schweißtreibend, weil die Sonne vom wolkenlosen Himmel brennt und kein Lüftchen kühlt.
Es geht durch Kuh- und Pferdeweiden. Bei einigen sind die Tiere in anderen Ecken der Flächen, bei anderen laufen wir fast an den Tieren vorbei, ohne das sie sich stören lassen. Bis auf einen Esel, der uns folgt und wäre nicht das Hindernis, über das wir die Weide verlassen, hätten wir vielleicht einen Begleiter gehabt. Als Gepäckträger wäre er willkommen gewesen, aber wo bringen wir ihn am Abend unter?

Die zwei Französinnen, die wir am Vortag schon gesehen hatten, begegnen uns auch heute, und ein weiterer junger Pilger, der zur Mittagszeit ein Schläfchen auf einer Wiese macht. Es sind also einige auf der Via Gebennensis unterwegs.
Auch den farbigen Franzosen treffen wir immer wieder. Mal machen wir Pause und er läuft an uns vorbei, oder umgekehrt. Freundlich gegrüßt wird immer. Zum Gespräch kommt es wegen der Sprachbarriere nur ganz kurz, als er beim Abzweig der Variante nach Seyssel abbiegt. Wir wünschen uns gegenseitig „Bon Camino“ und sehen ihn bald nur noch von weitem, wie er den Weg hinab zur Rhône läuft.

Beim Abzweig der Variante zeigt mir ein Blick auf unsere GPS-Aufzeichnung, dass Franz am Vortag wirklich zwischen 35km und 38km zurücklegen musste, um sein Etappenziel zu erreichen.
Wie wird es unserem Münchner Pilger wohl ergangen sein auf dieser langen Tagesstrecke? Das haben wir uns den ganzen Tag über schon immer wieder gefragt, gehen aber davon aus, dass er nun weit vor uns ist und wir es nie erfahren werden.

Was uns sehr positiv auffällt, ist die Ausschilderung des Weges in Frankreich. Alle Wanderwegzeichen sind bei Wegkreuzungen, wie auch das Muschelsymbol des Jakobsweges, gut zu sehen. Damit man nicht falsch läuft, sind sogar die anderen Abzweige, mit einem durchge-X-ten, Wanderwegzeichen gekennzeichnet. Varianten, wie die nach Seyssel haben einen gelben Punkt in der unteren rechten Ecke der Auszeichnung. Wenn man also ein klein wenig die Augen offen hält, sollte man den Weg nicht verlieren.
So etwas hätte uns in Deutschland oft geholfen!

Vens, das letzte kleine Dorf vor unserem Ziel, ist ein malerischer Ort, mit schönen alten Gebäuden. Der Weg schlängelt sich durch den Ort und als wir um eine Ecke biegen, ist seitlich von uns eine große Feiergesellschaft. Es ist eine fröhliche Truppe, von der wir gleich angesprochen werden. Leider müssen wir ihnen sagen: „Je ne parle pas français.“
Eine Frau erkundigt sich daraufhin in Englisch nach unserer Herkunft und wir wechseln noch ein paar Worte. Ich habe den Eindruck, wenn wir uns besser hätten verständigen können, wären wir von ihnen mit eingeladen worden. Aber ich kann mich natürlich auch täuschen.
Abgelenkt von der Begegnung, übersehen wir einen Wegweiser und laufen gerade aus weiter. Einige der Gesellschaft weisen uns mit Rufen auf den Fehler hin und wir biegen in einen schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern ein, den wir gar nicht für voll genommen haben.

Kurz vor Vens ein Blick hinab zur Rhône, in Richtung Seyssel.
Der Weg nach Vens.

Pont de Fier ist erreicht, wo wir den Fluss Savoyen überqueren. Jetzt sind wir nicht mehr weit von unserer heutigen Unterkunft weg. Im „Le Village des Oiseaux – Vacancéole“ von Motz habe ich gebucht. Es ist das letzte Quartier, was ich von zuhause aus fest gemacht hatte, aber wir können erst ab 17:00 Uhr einchecken und haben noch fast 2 Stunden Zeit. Was also tun?
Vielleicht können wir ja ausnahmsweise mal Essen gehen, auch wenn wir noch nicht geduscht sind. Bei einem Sitzplatz im Freien, wäre das sicher kein Problem. Noch vor der Überquerung des Savoyen hatten wir bei einem Restaurant eine Möglichkeit dafür gesucht, doch eine freundliche Angestellte teilte uns mit, dass die Küche schon geschlossen sei. Wir sollten es doch bei dem Freizeitpark versuchen, die könnten noch offen haben.
Dort in der Nähe muss sowieso unsere Unterkunft sein, also machen wir uns auf den Weg.
Es ist viel Betrieb in der weiträumigen Einrichtung. Wir kommen an einem Badesee vorbei und überlegen ob wir den für ein erfrischendes Bad nutzen sollten. Kommen aber davon ab, weil wir dann nicht wissen, wohin mit den nassen Sachen. Gleich daneben ist ein Kiosk mit Sitzmöglichkeiten davor. Das sollte aber nicht das Restaurant sein, von dem die Angestellte gesprochen hatte. Etwas weiter vorn scheint es aber eine Gaststätte zu geben.
Wir gehen hin und fragen nach, aber auch hier ist die Küche schon geschlossen. Also wieder zurück zu dem Kiosk. Zu Essen gibt es da aber nichts, nur Getränke, Smoothies, Eis und Süßkram. Naja, dann wenigstens eine Cola für jeden.
Wir setzen uns an einen der Tische im Schatten, trinken unsere Cola und nutzen die Wartezeit um Tagebuch und Blog zu schreiben. Eine halbe Stunde vor dem möglichen Check-in schwingen wir unsere Rucksäcke auf den Rücken und suchen nach unserer Unterkunft, die ganz in der Nähe sein müsste.
Wir irren ein Stück herum, finden eine große Ferienwohnung-Anlage, aber keine Rezeption. Wir müssen also jemand fragen. Am besten den jungen Mann im Kiosk und siehe da, die Rezeption ist gleich daneben in einem kleinen Büro. Wir saßen also die ganze Zeit davor und wenn ich mich nicht irre, war da schon vor unserer Suche jemand da.
Der Check-in ist dann problemlos, auch wenn wir einiges nicht ganz verstehen, was uns die freundliche Frau in Englisch und Französisch sagt. Danach folgt die Suche nach unserer Ferienwohnung/Zimmer. Wir finden unser Quartier fast am Ende der relativ neu aussehenden Anlage, die wir auf unserer Suche vorher schon einmal abgelaufen sind.
Nach dem Duschen überlegen wir, wo wir unsere verschwitzte Kleidung trocknen können. Es gibt zwar einen Balkon, aber eine richtige Möglichkeit Hosen und Shirt aufzuhängen finden wir nicht. Die Hosen hätten allerdings auch eine Wäsche nötig. Nach drei Tagen Wandern mit Rucksack, sieht man schon große weiße Schweißränder.
In der Hausordnung finden wir den Hinweis auf einen Raum mit Waschmaschinen und Trockner, also entscheiden wir uns dieses Angebot anzunehmen. Das Problem ist nur, um die Geräte in Betrieb zu nehmen, brauchen wir spezielle Chips und da überwinde ich zum ersten Mal in Frankreich meine Furcht, mich nicht verständigen zu können.
Sabine bleibt bei der Wäsche und ich laufe so schnell es geht zur Rezeption. Die circa 300 Meter brauchen aber schon ein bisschen Zeit. Die junge Frau ist zum Glück noch da und ich tausche Euro gegen Chips für Waschen und Trocknen.
Wieder zurück steht der Inbetriebnahme nichts mehr im Wege. In der Zwischenzeit bekomme ich heraus, dass die Gaststätte auf dem Gelände um 19:00 Uhr wieder öffnet. Also entschließen wir uns, das, was wir für den Abend besorgt hatten, für den nächste Tag aufzusparen und uns einen Restaurantbesuch zu gönnen.

Das Essen war lecker und ein Eis haben wir uns auch noch gegönnt, aber gar so oft können wir das nicht machen, weil das sonst unsere Reisekasse überstrapaziert. Froh, dass es den Trockner in der Anlage gibt, nehmen wir unsere saubere Wäsche auf dem Rückweg mit. Es wird ein Genuss, den Morgen mit gut riechender Kleidung zu beginnen.

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