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Zweiter Versuch Tag 10, 06.06. Revel Tourdan – Clonas-sur-Varèze, 28 km

Jetzt muss ich erst einmal eine Lanze für die Franzosen brechen. Ich habe bisher nur freundliche und hilfsbereite Franzosen hier kennengelernt. Das ändert sich auch nicht, wenn sie wissen, dass wir Deutsche sind.

Zum Beispiel in Revel Tourdan, da hat sich der Hausherr bemüht, für uns das nächste Quartier festzumachen. Leider erfolglos in unserer Wunschentfernung. Ich habe dann selbst eins gefunden, allerdings weiter weg als gewünscht, aber dazu später noch was.

In Revel Tourdan haben wir uns in der Nacht auch selten dumm angestellt. Auf den Betten lagen nur die Bezüge der Decken, die Kissen waren aber bezogen. Wir haben uns dann nur mit dem Bettbezug zugedeckt und gegen Morgen natürlich gefroren. Nach dem Aufstehen haben wir in den Schränken verschiedene Decken gefunden, die wir hätten beziehen können. Je nach Bedürfnis verschieden dick. Oder wir hätten unseren Schlafsack ausgepackt, aber nee … 🙈

Das mit den Bettbezug und den bereitliegenden Decken scheint hier Standard zu sein, denn in den nächsten zwei Unterkünften war/ist es auch so.

Aber jetzt zum Tag 10:

Früh haben wir uns im Quartier Kaffee gemacht und sind dann schon mit Rucksack ins Dorf gelaufen und haben beim Bäcker eingekauft. Da gab es auch Wurst und Käse. Gleich daneben gab es eine Bank mit Tisch, wo wir dann gefrühstückt haben.

Dann ging es auf den Weg, bei bestem Wetter. Im Gegensatz zum Tag vorher wurde es aber bald sehr warm.

Bei einer Rast ist eine italienische Pilgerin vorbei gelaufen und wir haben ein paar Worte gewechselt.

Die nächste Pause war bei einer offenen Schutzhütte. Dort war ein Paar damit beschäftigt einen kleinen Karren zu beladen. Nach unserer Schätzung sind die beiden Mitte 70.

Stefan, unser Begleiter, nutzt ja jede Pause, um 1-2 Zigaretten zu rauchen. Er bekam sogleich eine Rüge von der Frau und musste sich weiter weg verziehen. Dann, als Stefan die Zigarette ausgemacht hat und den Filter wie immer in einer kleinen Büchse verstaut hat, bekam er die nächste Rüge. Sie hat eine Mülltonne herangezogen, weil sie vielleicht annahm, er lässt die Kippe am Boden liegen.

Als das Paar mit dem Beladen fertig war, hat der Mann ein Geschirr angelegt und den Wagen gezogen. Die Frau ist vorweg gelaufen. Hinten dran schaukelte eine Muschel. Also sind es auch Pilger.

Sabine und ich sind der Meinung, dass es der Mann bei der Kommando-Elli nicht ganz leicht hat.

Lebensraum Wasser:

Von der Hütte aus haben wir eine Wegvariante gewählt, die ca. 5 km kürzer ist, weil wir ja ca. 6 km weiter wollten als geplant. Das geht durch Wald, der Weg besteht aus mehr Pfützen als gut begehbaren Flächen. Oft sind schon Pfade daneben im Wald angelegt, um überhaupt weiter zu kommen. Die Pfützen sind manchmal schon fast Teiche und die Frösche, die darin leben, können gut untertauchen.

Später lässt sich der Weg aber gut laufen und bietet auch schöne Ausblicke.

Die Ausschilderung auch auf der Variante ist wieder super. Damit man nicht falsch läuft, werden Abzweige mit einem durchge-x-ten Muschelschild gekennzeichnet.

Der Empfang in der Unterkunft wieder super herzlich. Die Frau hat uns sogar mit dem Auto ca. 2 km zu einem Aldi gefahren, damit wir noch was besorgen konnten. Dafür haben wollte sie nichts.

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