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Zweiter Versuch Tag 20, 16.06.  Les Faux – Aumont Aubrac, 22 km

Am Vorabend saßen wir mit einigen schon bekannten französischen Pilgern beim Abendessen zusammen. Darunter auch ein Deutsch-Franzose. Also geboren in Frankreich, jetzt in der Nähe von Augsburg lebend. Das schöne daran, wir hatten jemanden, der uns verstanden hat und übersetzen konnte. Er fragte uns, wo unser Begleiter abgeblieben sei, weil er annahm, Stefan sei unser Sohn.

Einer der „Jungs“ ist ein ganz Harter. Er hat am Abend ein Mixgetränk bestellt, mit einer kleinen Flasche Schnaps. Hat wie Anisschnaps gerochen. Deshalb sind die Jungs auch spät ins Bett und waren früh kaum aus den Betten zu bekommen.

Neben Sabine saß die Frau, der wir am ersten Tag nach Le Puy Wasser gegeben hatten. Wir haben sie ohne Käppi, Sonnenbrille und Rucksack gar nicht gleich erkannt. Sabine hat sich ein bisschen mit ihr ausgetauscht.

Schon beim Treppen runter steigen hat Sabines Fuß wieder Probleme gemacht. Die ersten Meter auf dem Weg kam sie dann auch schwer in die Gänge. Genauso nach jeder Pause.

Schon am Morgen hat die Sonne uns heftig eingeheizt und es ging auch viel durch offenes Gelände.

Immer wieder sind uns bekannte Gesichter begegnet.

Da wären die Meeting-Frauen, die, auch wenn sie schon tagelang zusammen laufen und gemeinsam übernachten, ständig etwas zu erzählen haben. Oder die 7 Muschel-Frauen – alle haben Ohrgehänge mit Jakobsmuschel Nachbildungen. Wir schätzen sie auf Anfang 30. Auch diese Frauen haben sich immer was zu erzählen. Dann das norwegische Paar. Die Frau freut sich immer wieder, uns zu sehen, lacht und sagt: „See you.“ Oder der farbige Pilger mit seiner Tochter und seiner blonden Fau. Am Morgen lief er alleine, mit weitausgreifenden, schnellen Schritten. Später nach einer Pause ist seine Familie hinzu gekommen. Dann lief die Tochter davon und der Mann hat sich gezügelt. Immer einige Schritte vor seiner Frau und sich ständig umblickend. Auch der Deutsch-Franzose ist uns immer wieder begegnet. Ein sehr kommunikativer und kontaktfreudiger Mensch, der immer wieder neue Pilger um sich hatte. Naja und einige mehr.

Es wurde immer wärmer und Sabines Fuß zickte stark, weshalb wir öfter stehen blieben.

Oder uns einen Platz zum Sitzen suchten.

So staubig sind die Wege.

Am Abend im Quartier haben wir uns dann entschieden, heute heim zu fahren. Die Gründe sind vielfältig.

Sabines Fuß, der von Tag zu Tag mehr Probleme macht. Angekündigte Temperaturen von bis zu 34°C. Immer höhere Kosten, weil so viele unterwegs und preiswerte Quartiere rar sind. Vielleicht hätten wir es auch noch ein/zwei Etappen versucht, doch das nächste Etappenziel mit Bahnhof hätten wir erst in 7 bis 8 Tagen erreicht. Bei den nach den Höhendiagrammen im Wanderführer zu erwartenden Auf- und Abstiegen, nach Sabines Meinung,  für sie nicht schaffbar.

Gerne wären wir noch ein Stück weiter gekommen, doch ich denke mit  464,4 km in 20 Tagen, brauchen wir uns nicht zu schämen. Damit sind wir, mit dem ersten Versuch, in diesem Jahr insgesamt 630 km Jakobsweg gelaufen.

Jetzt befinden wir uns auf dem Abenteuer Heimfahrt mit der Bahn. Gebucht, weil es nicht anders ging, bis  Mannheim über die französische Bahngesellschaft, bei der irgendwie alle schnellen Verbindungen über Paris gehen. Das Problem dabei für uns, wir müssen in Paris von einem Bahnhof zum anderen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und wissen noch nicht mit welchen. Zu diesem Abenteuer vielleicht später noch was.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Bernie

    Ich gratuliere zu eurer respektablen Marschleistung und wünsche eine möglichst angenehme Heimreise!!!

    1. Dankeschön Bernie! Wir wären wirklich gerne weiter gekommen, doch Sabine braucht einfach etwas Ruhe für den Fuß. Durch die immer größere Wärme ist der auch schnell angeschwollen und weit wären wir nicht mehr gekommen.

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