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Tag 3, 24.04  Syens – Lausanne ca. 33 km

So, gestern war ein harter Tag, aber fangen wir mit der Nacht an:

Tiefschlaf. „Kawumm!!!“ Wir schrecken beide hoch. „Scheiße, was war das denn? Ich mach mal Licht an“, sage ich erschrocken.

Ein langer Rundumblick bringt keine Aufklärung. Wir machen das Licht wieder aus, kommen aber lange nicht zur Ruhe. Am Morgen finden wir dann die Erklärung. Das Bild am Kopfende des Bettes – auf dem Foto im letzten Beitrag zu sehen – ist heruntergefallen und hinters Kopfteil gerutscht. Die Halteschnur ist gerissen. Also kein Einbrecher oder Poltergeist. 😂

Unser Frühstück lag ja schon seit dem Abend bereit, somit waren wir unabhängig. Wir hatten alles, was das Herz begehrt und frisch gestärkt ging es gegen 08:00 Uhr auf den Weg. Die ersten Kilometer bis kurz vor Montpreveyres ging es sehr flott voran. Das Wetter war perfekt. Sonnenschein, gerade so warm, dass ich die Jacke ausziehen konnte und gut zu laufende Wege. Sogar die Pfade über die Wiesen von den Gemeinden gewegbreit gemäht. Die Rundumsicht wunderbar, auf Bildern aber kaum wiederzugeben.

Dann kam der Abstieg in ein Flusstal. Viele Stufen hinab und wieder hinauf.

Da hat es sich gerächt, dass ich die Kniebandage an diesem Tag nicht angelegt habe. Nach einiger Zeit ging es aber wieder.

In Mentpreveyres teilt sich der Weg. Die ursprüngliche Variante ist jetzt der Hauptweg, nach dem Wanderführer aber auch anspruchsvoller. Deshalb wählten wir die alte Route. Der Nachteil, fast keine Beschilderung mehr. Wir nutzen also hauptsächlich die GPS Tracks, was meinen Akku sehr belastet hat.

Auf dieser Wegstrecke machten sich Sabines Füße wieder bemerkbar. Sie schmerzten immer mehr. Vor allem bei Abstiegen. In den Vorstädten hatten wir dann die ersten schönen Blicke auf den Genfer See und die dahinter liegenden Alpen.

Kurz zuvor musste ich feststellen, dass die Aufzeichnung unseres Weges seit etwa 2-3 km nicht mehr ging. Vermutlich habe ich versehentlich die Pause gedrückt. Deshalb ist die Entfernung nur geschätzt.

Jetzt begann der eigentliche Abstieg nach Lausanne. Sabine hatte immer mehr mit Schmerzen in den Füßen zu kämpfen. Bei Nachfragen meinerseits kam meist: „Passt schon.“

Hat es aber eben nicht!

In der Katethrale von Lausanne holten wir uns den Pilgerstempel und stellten fest, dass meine Entfernungsschätzung bis hierher gestimmt hat, aber wir mussten ja noch bis zur Jugendherberge. Das hatte ich nicht bedacht. Sabine konnte kaum noch gehen. Die Füße schmerzten immer mehr. Vor allem wenn es bergab ging. Das hat auch meinem Knie nicht gefallen.

Bei der gotischen Kirche Saint-François auf dem gleichnamigen Platz brach dann der Akku meines Handys plötzlich zusammen. Zum Glück habe ich eine kleine Powerbank dabei, somit konnten wir unseren Weg weiter verfolgen. 😅

So wurden es schlussendlich ca. 33 km bis zum Ziel. Eine Entfernung, die Sabine nicht laufen wollte, was aber an meiner Fehlschätzung lag.

Der Check-In dann problemlos, im Zimmer dann der Schreck. Sabines Füße sahen furchtbar aus. An jedem Fuß sind noch Blasen dazu gekommen.

Der Frust ist groß. Was sollen wir tun? Abbrechen oder weiter laufen?

Am besten erst mal darüber schlafen, doch das ist gar nicht so einfach, wenn die Gedanken kreisen.

Jetzt schreibe ich (Sabine) weiter:

Die Nachtruhe war dann doch relativ gut, der Morgen wieder wunderbar sonnig, das Frühstück bestens mit stärkerem Kaffee.

Deshalb haben wir heute beschlossen, noch bis Genf zu laufen und damit diesen Abschnitt des Jakobsweges abzuschließen.

Da wir für die nächste Nacht kein Quartier gefunden haben, bleiben wir noch eine Nacht hier und laufen morgen weiter. Ist auch besser für meine Füße. Wir wollen aber nur noch kürzere Etappen laufen, damit wir nicht so spät ankommen und meine Füße sich länger erholen können.

Das nächste Quartier in Etoy verdanken wir André, unserem Pilgerfreund von letztem Jahr, der uns seine Unterkünfte vorab mitgeteilt hat. Danke dafür, André!

In der Jugendherberge sind wir heute früh in ein anderes Zimmer umgezogen, ich habe unsere Laufshirts gewaschen und später gehen wir in die Stadt und vorallem muss ich Blasenpflaster nachladen!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Kerstin G.

    Oh je, alles Gute für die nächste Strecke! Dass es nicht ganz so arg wird mit deinen Füßen! Liebe Grüße!

    1. Sabine

      Liebe Kerstin, ja, das hoffe ich auch. Heute geht es viel am See entlang und Sonnenschein soll es auch wieder geben, das wird mich ablenken und entschädigen. Liebe Grüße zurück! 🙋🏼‍♀️

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